Aktuelles

 

Stipendienausschreibung für das Promotionskolleg

„Soziale Folgen des Wandels der Arbeitswelt 
in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts“ (PK 044)

Deadline: 11. November 2021

Das Graduiertenkolleg setzt in seiner zweiten Förderphase einen Schwerpunkt auf „Soziale Polarisierungen in Dienstleistungsberufen zwischen 1970 und 2000“. Es wird von der Hans-Böckler-Stiftung (HBS) gefördert und gemeinsam von den folgenden Forschungsinstituten durchgeführt:

Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF)

Institut für Soziale Bewegungen Bochum (ISB)

Institut für Zeitgeschichte München – Berlin (IfZ)

Im Rahmen des Kollegs ist voraussichtlich zum 1. Juni 2022 ein Promotionsstipendium für eine Laufzeit von maximal drei Jahren zu vergeben. Standorte sind Bochum (ISB), München (IfZ) und Potsdam (ZZF) mit einer gemeinsamen strukturierten und institutsübergreifenden Promotionsförderung. 

Ausgehend von der Bundesrepublik Deutschland, aber auch in vergleichender und transnationaler Perspektive fragt das Kolleg, welche gesellschaftliche Prägekraft der Wandel der Arbeit in Berufen des expandierenden Dienstleistungssektors seit den 1970er Jahren entfaltete. Dabei richtet sich der Blick insbesondere auf das Spannungsverhältnis zwischen beruflichen Aufstiegschancen und neuen sozialen Ungleichheiten, etwa durch Wissen, Geschlecht und Ethnizität. Das Kolleg untersucht, wie Arbeitnehmer sowie wissenschaftliche, politische und gewerkschaftliche Akteure diese Veränderungen wahrnahmen und ihr Handeln darauf bezogen. 

Die Leitung des Kollegs erfolgt gemeinsam durch PD Dr. Winfried Süß (Sprecher, ZZF/LMU München), Prof. Dr. Frank Bösch (ZZF/Universität Potsdam) und Prof. Dr. Andreas Wirsching (IfZ/LMU München). Das Programm des Kollegs mit weiteren Informationen zu Zielen, Fragestellungen und möglichen Promotionsthemen finden Sie auf dieser Homepage des Kollegs.

Das Stipendium wird ab Juni 2022 für drei Jahre vergeben. Promovierende erhalten derzeit 
eine 
Förderung in Höhe von 1.450 € (umfasst 1.350 € Grundstipendium, 
100 € Forschungskostenpauschale). Zusätzlich können bis zu 100 € Krankenkassenzuschuss und ggf. Familienzulagen gezahlt werden. Die Laufzeit der Stipendien beträgt max. drei Jahre. 

Über die Promotionsstipendien wird nach den Richtlinien des BMBF und den Auswahlkriterien der HBS entschieden. Von den Bewerberinnen und Bewerbern werden ein überdurchschnittlicher Studienabschluss im Fach Geschichte (mit Schwerpunkt in der Zeitgeschichte) sowie gesellschaftspolitisches Engagement im Sinne der Hans-Böckler-Stiftung erwartet.

Bewerbungsablauf

Bewerben Sie sich bitte mit den erforderlichen Unterlagen und mit einem Exposé (max. 10 Seiten), in dem das geplante Vorhaben skizziert und in das Forschungsprogramm des Kollegs eingeordnet wird. Hinweise der HBS zur Erstellung des Exposés finden Sie hier. Ein wissenschaftliches Gutachten ist zu diesem Zeitpunkt nicht notwendig. Die Bewerbung senden Sie bitte bis zum 11. November 2021 ausschließlich über das Online-Bewerbungsportal der Hans-Böckler-Stiftung. Das Bewerbungsportal ist hier verfügbar und bis einschließlich 11. November 2021 freigeschaltet. 

Nach einer Vorauswahl werden die Bewerber*innen von der wissenschaftlichen Leitung des Promotionskollegs dabei begleitet, ggf. eine Überarbeitung und Anpassung des Exposés an die Thematik und die Anforderungen des Kollegs vorzunehmen. Das Exposé wird anschließend wissenschaftlich begutachtet. Die Vergabe des Stipendiums wird im Mai 2022 bekannt gegeben.

Fragen zum Bewerbungsverfahren richten Sie bitte an bewerbung@boeckler.de

Für Auskünfte zum Kolleg wenden Sie sich bitte an den Sprecher PD Dr. Winfried Süß (suess@zzf-potsdam.de) oder einen der beteiligten Leiter des Kollegs.


 

 

Abschlusstagung Kolleg „Wandel der Arbeitswelt“

12. – 14. Dezember 2019, Institut für Zeitgeschichte, München

 


 

Donnerstag, 12. Dezember

15.15 Uhr

Begrüßung (Andreas Wirsching, IfZ-Direktor; Kollegsprecher Stefan Berger, ISB Bochum; Jens Becker, Leiter Referat Promotionsförderung der Hans-Böckler-Stiftung)

 

15.30 Uhr:

Innovationen.

Traditionelle Industrien zwischen Automatisierung und Mikroelektronik

Referent*innen:

Torben Möbius (Bielefeld): Von der ökonomischen Konkurrenz zum politischen Konflikt: Vergleichspraktiken in der deutschen und amerikanischen Eisen- und Stahlindustrie 1870- 1940

 

Malte Müller (München): Montanindustrielle Welten im Umbruch. Der Wandel von Arbeit in der Stahlindustrie des Ruhrgebiets zwischen den 1960er und 1980er Jahren

 

Moritz Müller (Bochum): ‚Die Robbys kommen‘. Die IG Metall und die Durchsetzung der Mikroelektronik in den 1970er und 1980er Jahren

 

Kommentar: Martina Heßler (Darmstadt)

Moderation: Stefan Berger (Bochum)

17.30 Uhr Pause

18 Uhr

Keynote

Lutz Raphael (Trier)

Geschichte(n) deutscher Arbeitswelten in Zeiten von Deindustrialisierung und Globalisierung. Methodische und theoretische Herausforderungen angesichts globaler Problemlagen und nationaler Handlungsbezüge

Ca. 19.30 Uhr            Empfang im Institut



Freitag, 13. Dezember

9 Uhr:

Arbeit, Arbeit, Arbeit?

Arbeitnehmerbewusstsein und Wissenspolitik im Strukturwandel

Referent*innen:

Mario Boccia (München): Belegschaften in der Automobilindustrie zwischen Boom und Krise. Das Beispiel BMW

 

Jan Kellershohn (Bochum): Der Wille zur Umstellung. Strukturwandel, Wissenspolitik und die Anthropologie der Arbeit, 1956-1980

 

Kommentar: Kim Priemel (Oslo)

Moderation: Winfried Süß (Potsdam)

10.45 Uhr Kaffeepause

11.15 Uhr

Diskrepanzen

Reichtum, Armut, Arbeitslosigkeit in der Nachkriegszeit

Referent*innen:

Ronny   Grundig   (Potsdam):   Vermögen   vererben:   Praktiken   und   Politiken   in   der Bundesrepublik und Großbritannien (1945–1990)

 

Katharina Täufert (Bochum): Arbeit für alle? Die Rolle des Deutschen Gewerkschaftsbundes in den Auseinandersetzungen um Arbeitslosigkeit und Armut, 1972- 1998

 

Sindy Duong (Berlin): Genese und Zukunft der Akademikerarbeitslosigkeit. Wissen, Kontroversen, Praktiken, 1967–1990

 

Kommentar: Stephan Lessenich (München)

Moderation: Frank Bösch (Potsdam)

13 Uhr Mittagessen im Institut

14 Uhr

„Reih dich ein in die Arbeiterinnen Einheitsfront?“ Arbeit und Geschlecht in der DDR

Referent*innen:

Henrike Voigtländer (Potsdam): Geschlecht, Sexualität und Herrschaft im Betriebsleben der DDR-Industrie von Mitte der 1960er bis Ende der 1980er Jahre

 

Jessica Elsner (Potsdam): Arbeitsverhältnisse, Geschlecht und soziale Ungleichheit im Automobilbau Ostdeutschlands – das Automobilwerk Eisenach (AWE) seit den 1970er Jahren

 

Kommentar: Dierk Hoffmann (Berlin)

Moderation: Christoph Lorke (Münster)

15.45 Uhr       Kaffeepause

16.15 Uhr

Gleichberechtigung im Berufsleben?

‚Weibliche Arbeit‘, Frauenbewegung und Gewerkschaften

Referent*innen:

Manuela Rienks (München): Tante Emma macht jetzt Teilzeit. Arbeitswelten von Verkäuferinnen in der Bundesrepublik Deutschland 1949-1996

 

Mandy Stalder-Thon (Bochum): Das Verhältnis zwischen Neuer Frauenbewegung und den Gewerkschaften

 

Kommentar: Maren Möhring (Leipzig)

Moderation: Sebastian Voigt (München)

18.30 Uhr       Gemeinsames Abendessen im Neuhauser Augustiner



Samstag, 14. Dezember

9 Uhr

„Der Kollege spricht türkisch“

Migration und Arbeit nach dem Wirtschaftswunder

 

ReferentInnen:

Stefan    Zeppenfeld    (Potsdam):    Beschäftigung    nach    der    „Gastarbeit“.    Türkische Arbeitswelten in West-Berlin seit den 1960er Jahren

 

Laura Lademann (München): Integration durch Arbeit? Berufsqualifikationsmaßnahmen für MigrantInnen der 2. Generation in den 1970er und 80er Jahren in der Bundesrepublik Deutschland

 

Lisa Hilbig (Göttingen): „Weiblich, migrantisch, prekär? – Arbeit und Migration im Einzelhandel in der Bundesrepublik seit den 1970er Jahren.“

 

Kommentar: Helen Schwenken (Osnabrück)

Moderation: Andreas Wirsching (München)

11 Uhr            Kaffeepause

11.30 Uhr

Abschlusskommentar mit Diskussion

Dietmar Süß (Augsburg)

13 Uhr            Mittagsimbiss / Ende der Tagung